DefinitionBakterielle EntzündungSchwangerschaftMangelernährungInfektionenAbszessZahnspangenZahnfüllungMilchzähneZahnfleischschwundWeisheitszähneHormoneTumore und ChemotherapieRauchenSymptome

Geschwollenes Zahnfleisch und auf der Suche nach Hilfe?

Zu den wichtigsten Sachen gehören gesundes Zahnfleisch und Zähne. Geschwollenes Zahnfleisch ist äußerst unangenehm! Welche Dinge gibt es zu beachten? Welche Fehler können gemacht werden? Und welche Möglichkeiten hat man?

Hier gibt es Tipps und Ticks zu den Ursachen und der Behandlung zu geschwollenem Zahnfleisch. Dazu noch ein paar Infos zur Pflege und Vorsorge.

 

Das Zahnfleisch (Gingiva) ist Teil der Mundschleimhaut. Es besteht aus rosafarbener Schleimhaut, die kragenförmig die Zähne umgibt. Dieses Gewebe ist dick, faserreich und enthält viele Blutgefäße.

Schwillt das Zahnfleisch an, verspürt man Schmerzen. Die Schwellung entsteht im regelfall am Übergang zu den Zähnen. Starke Schwellungen können teilweise die Zähne bedecken. Geschwollen und entzündet färbt es sich rot und ist deutlich empfindlicher. Dies zeigt sich vor allem durch Blutungen, wenn die Zähne geputzt werden.

Ursachen für entzündetes und geschwollenes Zahnfleisch

Die häufigsten Ursachen für Zahnfleischschwellung sind:

Die Gingivitis ist eine der häufigsten Ursachen für geschwollenes Zahnfleisch. Es ist eine bakteriell verursachte Entzündung des Zahnfleisch durch Bakterien im Mund und zeigt sich durch Reizungen und Schwellungen des Zahnfleisches. Wird nicht behandelt, kann die Gingivitis Zahnausfall verursachen.

Auslöser einer Gingivitis ist oftmals mangelhaften Mundhygiene. Werden die Zähne nicht gereinigt bilden sich Beläge, die sich an den Zahnfleisch- und Zahnkanten absetzen. Diese aus Bakterien und Speiseresten bestehenden Bakterien können sich nach Tagen zu Zahnstein entwickeln. Dieser kann nicht mehr mit der Zahnbürste, Zahnpasta oder Zahnseide entfernt werden. Vermehrter Zahnstein kann auch eine Gingivitis verursachen.

Eine weiterer Auslöser für geschwollenes Zahnfleisch können hormonelle Veränderungen während einer Schwangerschaft sein. Die Hormone können zu einer vermehrten Durchblutung des Zahnfleischs führen. Der erhöhte Blutstrom kann eine Reizung des Zahnfleisches verursachen, was zur leichteren Reizung führt. Die Hormonveränderungen verringern die körpereigene Immunabwehr gegen Infektionen. Das erleichtert die Entstehung einer Gingivitis und kann noch weitere körperliche Auswirkungen haben!

Vitaminmangel kann auch zu Zahnfleischreizungen führen. Vor allem Vitamin B und C sind wichtig für gesundes Zahnfleisch. Vitamin C spielt beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Reparatur der Zähne und des Zahnfleischs. Vitamin-C-Mangel kann zu Skorbut führen. Skorbut ist eine Vitaminmangelkrankheit und kann in allen Altersgruppen auftreten. In reicheren Ländern ist Mangelernährung eine eher seltene Krankheit und tritt meist nur bei älteren Menschen auf. Ein Anzeichen für Mangelernährung kann gerötetes Zahnfleisch sein.

Die Mundhöhle ist ein idealer Nährboden für Bakterien und andere Mikroorganismen. Wenn dazu auch Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhäute nicht regelmäßig gereinigt werden, kommt es sehr schnell zu Pilzinfektionen oder Entzündungen in Mund und Rachen. Auch das Herpesvirus kann zu Schmerzen und geschwollenem Zahnfleisch führen.

Schwellungen am Zahnfleisch können auch durch einen Abszess entstehen. Ein Abszess ist eine Eiteransammlung zwischen Schleimhaut und Zahn. In den meisten Fällen wird ein Abszess durch eine Infektion des Zahnfleisches verursacht. Je kleiner der Abszess entdeckt wird, desto besser für den Patienten. Kleinere Abszesse kann der Zahnarzt ambulant behandeln. Handelt es sich um einen größeren Abszess oder sehr tief Liegenden, so kann eine Operation nötig werden. Meist fertigt der Zahnarzt eine Röntgenaufnahme zur Diagnoseerstellung an und verschreibt Antibiotika zur Behandlung der Infektion. Natürlich gilt auch hier: Möglichst früh erkennen und behandeln! Ansonsten ist es möglich, dass sich die Infektion über den ganzen Organismus verbreitet.

Feste Zahnspangen erschweren die Entfernung von Belägen und Zahnstein, die geschwollenes Zahnfleisch verursachen können. Hier sollte man das Zahnfleisch genau im Auge behalten. Sollte das Zahnfleisch durch Druckempfindlichkeit oder Verfärbungen auffällig werden sollte man möglichst nochmal zu seinem Kieferorthopäden oder Zahnarzt gehen. Dies kann eine aufkommende Gingivitis hinweisen. Durch die Brackets und Drähte ist die Zahnreinigung natürlich erschwert und man muss diese besonders besonnen durchführen. Auch hierfür gibt es Hilfsmittel wie Zahnzwischenraumbürsten.

In manchen Fällen kann eine Zahnfüllung geschwollenes Zahnfleisch verursachen, entweder durch den Druck der Instrumente des Zahnarztes oder durch eine Karies, die sich nahe dem Zahnfleisch befindet. Eine Zahnreinigung kann vorübergehend zu den gleichen Beschwerden führen. Nach einer Zahnbehandlung ist es durchaus üblich, dass das Zahnfleisch gereizt ist oder noch Schmerzen durch die Reizung und natürlich Behandlung vorhanden sind. Abhilfe schaffen Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen, allerdings sollte man KEIN Aspirin verwenden, da dieses blutverdünnend wirkt. Welches Schmerzmittel (Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen) sollte man nehmen? Die Lösung findet ihr hier!

Der Zahnwechsel bei Kindern ist, bezogen auf gesundes Zahnfleisch, ein sehr wichtiges Thema. Über mehrere Jahre besitzt ein Kind immer wieder offene Wunden im Mund. Daher ist die richtige Zahnpflege umso wichtiger! Ungefähr im Alter von 6 Jahren fangen die ersten Zähne an zu wackeln. Meist handelt es sich dabei um einen der unteren Schneidezähne. Erst im Alter von 9 Jahren fällt der erste Zahn hinter den Schneidezähnen aus und macht den neuen Backenzähnen platz. Der Prozess des Zahnwechsels dauert im Regelfall vom 6. bis zum 12. Lebensjahr.

Parodontitis (oder Pyorrhea) ist eine Krankheit, die das Zahnfleisch und das Stützgewebe des Zahns befällt. Sie kann dazu führen, dass das Zahnfleisch anschwillt, dunkel wird und sich vom Zahn zurückzieht. Eine Parodontitis frühzeitig zu erkennen ist nicht immer einfach, da sie anfangs in der Regel schmerzfrei und damit unbemerkt verläuft. Aus diesem Grund sind kontinuierliche Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt essentiell. Nicht jeder Zahnfleischschwund deutet direkt auf eine Paradontitis hin, sollte aber trotzdem untersucht werden, um weitere Folgen für den Organismus auszuschließen.

Die Weisheitszähne entwickeln sich als letzter Zahn im Ober- und Unterkiefer. Der Weisheitszahndurchbruch erfolgt meist ungefähr im 16. Lebensjahr. Dabei wird das Zahnfleisch an der Durchbruchstelle gereizt und verletzt. Achtet man in diesen Stellen nicht auf ausreichende Mundhygiene, kann es zu Infektionen der Austrittsstelle führen. Vorsorglich werden die Weisheitszähne bei vielen Menschen entfernt, um Komplikationen beim Wachstum und Positionierung im Mundraum zu verhindern. Nach dem Ziehen blutet das Zahnfleisch und schwillt an. Für einige Zeit hat man eine offene Wunde im Mundraum, auf die man besonders achten muss.

Manche Frauen haben während der Pubertät, der Menstruation, der Schwangerschaft und der Menopause Zahnfleischprobleme. Der Hormonanstieg während der Pubertät kann zu einer vermehrten Durchblutung des Zahnfleischs führen. Die Folge sind Rötung, Schwellung und erhöhte Sensibilität. Bei Frauen mit einer Menstruationsgingivitis wird das Zahnfleisch rot, schwillt an und blutet vor jedem Menstruationszyklus. Ist die Mensis eingetreten, vergehen die Probleme. Die Schwangerschaftsgingivitis beginnt im zweiten oder dritten Schwangerschaftsmonat und bleibt bis zum achten Monat bestehen. Sie verursacht Reizungen, Schwellungen und Blutungen der Mundschleimhaut. Die Antibabypille kann ähnliche Probleme am Zahnfleisch hervorrufen. Auch hier kann geschwollenes Zahnfleisch als Nebenwirkung auftreten. Während der Menopause wird das Zahnfleisch trocken, schmerzhaft und kann bluten.

Leukämie kann zu geschwollenem und dunklem Zahnfleisch führen. Chemotherapie hat verschiedene Nebenwirkungen, wie Schmerz, Schwellung und Blutung des Zahnfleischs. Viele Menschen, die einer Krebstherapie unterzogen werden, leiden unter Stomatitis, Geschwüren und schmerzenden Wunden im Mund und am Zahnfleisch. Dies ist auf das stark geschwächte Immunsystem zurückzuführen.

Zigaretten schaden dem Zahnfleisch. Oftmals entwickeln Raucher Zahnfleischerkrankungen.
Rauchen verursacht viele Probleme am Zahnfleisch:

  • Überempfindlichkeit,
  • Blutung,
  • Wunden,
  • Schmerzen.

Die häufigsten Symptome, die zusammen mit geschwollenem Zahnfleisch auftreten, sind folgende:

  • Blutung,
  • rotes/dunkelrotes Zahnfleisch,
  • Wunden,
  • Zahnfleisch- und Zahnschmerzen,
  • Zahnfleischschwund,
  • glänzende Schleimhaut,
  • Geschwüre mit weißem oder gelbem Zentrum.

Symptome einer schweren Erkrankung

In manchen Fällen zeigt sich eine Zahnfleischschwellung zusammen mit anderen Symptomen, die durch eine ernste Erkrankung hervorgerufen sein können. Werden die folgenden Symptome beobachtet, muss der Notarzt verständigt werden:

  • Schluckstörungen,
  • Atemnot,
  • hohes Fieber (über 38,5°C),
  • starke Zahnfleischblutung.